Sozialarbeiter gehen mit Jungen schiessen

Stellungnahme zum Artikel in der NLZ vom 23. November 2013

 

In der Jugendarbeit funktioniert Prävention nur dann, wenn sie auch nahe an der Lebenswelt der Jugendlichen ansetzt. Paintball als Anlass, mit dem die Jugendlichen Abenteuer, Risiko, Sport und Spass verbinden, dient ideal dazu, um im Umfeld dieses Anlasses geeignete Gefässe zu bieten, bei denen Jugendliche auf Chancen und Gefahren aufmerksam gemacht werden. Schutzfaktoren werden durch positive und genau definierte Risikoerlebnisse gestärkt! Viele Jugendliche lernen nicht aufgrunde dessen, dass der Lehrer oder die Lehrerin erklärt, wie schädlich Rauchen, Alkohol etc. sind. Prävention muss einen lebensweltlichen Aspekt beinhalten. Dies macht die Jugendanimation, in dem sie das Projekt "Umgang mit Waffen" organisiert.

In der NLZ vom 23. November 2013 steht im Untertitel geschrieben: „Um den Umgang mit Waffen und Gewalt zu thematisieren, lädt die Jugendanimation Rothenburg Jugendliche in eine Paintball-Arena ein.“

 

Diese Tatsache ist falsch dargestellt: Die Jugendlichen werden nicht eingeladen. Die Jugendlichen bezahlen für den Paintballanlass CHF 75.- aus ihrer eigenen Tasche. Weder die Kirchgemeinden noch die Einwohnergemeinde laden diese Jugendlichen also ein! Die meisten Jungs verzichten sogar aufs Taschengeld bzw. investieren es dort hinein.

Was den Lesenden des Weiteren vorenthalten ist, wird folgend kurz und knapp erläutert:

 

 -      Der Paintballanlass stellt nur einen kleinen Teil im Projekt dar, bei welchem es um die Auseinandersetzung mit Waffen, Wettbererb, Sport, Gewalt, Männderbilder etc geht.  Der erste Teil war die Diskussionsrunde, für die sich Fachpersonen aus unterschiedlichen Bereichen (Jagd, Polizei und Sport) zum Thema „Waffengewalt, Männerbilder, Waffenrecht, Wettbewerb etc.“ äussern konnten. Der grösste Teil der Diskussion drehte sich nicht um Paintball! Deshalb war auch kein Paintballveranstalter anwesend. Diese Sicht fehlt im Zeitungsartikel jetzt gänzlich!

Am Mittwoch, 27. November ist ein Ausflug in eine Paintballanlage geplant. Dort soll Taktik und Fairness im Vordergrund stehen.

Der letzte Themenabend findet am 5. Dezember statt. Jemand von der Young Caritas wird mit den Jungs das Thema Kindersoldaten bearbeiten.

 

Wichtig ist Folgendes: Jeder Jugendliche, der am Paintballanlass teilnehmen will, muss alle drei Teile des Projektes mitmachen.

 

 -     Am Diskussionsabend (20. November) wurde ersichtlich, dass sämtlich anwesende Jungs in ihrem bisherigen Leben mit Softair-Guns in Kontakt gekommen sind. Diese Softair-Guns sind Luftdruckpistolen. Kleine Plastikkügelchen (ca. 0.5cm Durchmesser) dienen als Munition. Diese Luftdruckpistolen sind dem Waffengesetz unterstellt. Alleine durch den Diskussionsabend dürfte es manchem Jugendlichen bewusst geworden sein, dass der Besitz und vor allem die Anwendung im Öffentlichen Raum zu riesigen Problemen führen dürfte. Vielen Eltern und Erwachsenen ist es Beispielsweise kaum bewusst, dass eine nichtdurchsichtige Cowboypistole gegen das Waffengesetz verstösst! Dem ist aber so! Es kann also einen Eintrag im Strafregister geben.

 

 -     Dadurch dass sich 11 Jugendliche für den Paintballanlass angemeldet haben, mussten sich diese auch all den Problematiken rund um Waffe, Waffengewalt, Männerbildern etc. stellen. Die Jugendlichen haben gut mitgemacht und sie waren sehr interessiert. Das ist im Text der NLZ auch nirgends zu finden. Es naheliegend dass es für Jugendliche einige Minuten Zeit braucht, bis sie sich mit dem Setting abgefunden haben - das hat nichts mit aufgezogenen Jugendlichen zu tun, die zu bändigen wären. Jugendliche sind keine Tiere! Solche Aussagen kommen nur von Menschen, die vergessen haben, dass auch sie einmal jung waren und sich in gewissen Situationen nicht sehr sicher fühlten.

 

 -     Im Übrigen organisieren jegliche Vereine in Rothenburg Ausflüge in eine Painfballfarm bzw. in eine Paintball-Halle (siehe Heimatausgabe 21. November). Die Kosten werden den Teilnehmenden meist übernommen und es findet keine Diskussion zum Sinn und Zweck des Anlasses statt. In diesem Sinne sind die Jugendanimation und damit auch die Trägerschaften sehr vorbildlich im Umgang mit neuen Phänomenen!

 -     letztlich ist Paintball für Jugendliche erlaubt.

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