Gründungsversammlung 29.12.2010

«Politik braucht Hartnäckigkeit»  / Bericht aus "Die Region"

Rothenburg - Der Jugendrat wurde am Mittwoch offiziell gegründet und der Vorstand gewählt. Damit besitzt Rothenburg nun den vierten Jugendrat im Kanton Luzern, der Jugendlichen die Chance auf politische und gesellschaftliche Partizipation ermöglicht.

Seit dem vergangenen Mittwoch ist der Jugendrat Rothenburg offiziell gegründet und kann nun im neuen Jahr seine Arbeit aufnehmen. Der an der Gründungsversammlung gewählte Vorstand besteht aus Michael Dünki, Sandro Ferrara und Sebastian Gasser. Alle drei haben sich von Beginn an für die Entstehung eines Jugendrates eingesetzt. Im November 2009 formierte sich an einer Veranstaltung der Jugendarbeit Rothenburg eine Gruppe von 16 Jugendlichen, die sich für mehr Mitentscheidungsrechte der Jugend einsetzte. Die Idee des Jugendrates Rothenburg war geboren – oder besser wiedergeboren, denn bereits in den Neunzigerjahren gab es einen derartigen Rat, der sich allerdings später wieder auflöste, da nicht genügend Vorstandsmitglieder gefunden werden konnten.
«Die Statuten des neuen Jugendrates sind sehr offen verfasst. Es benötigt nur gerade zwei Mitglieder, damit auch schwierigere Zeiten überstanden werden können. Es gibt auch keine Quotenregelung, obwohl der Jugendrat natürlich am besten bedient ist, wenn er möglichst vielfältig zusammengesetzt ist», sagt Beni Rindlisbacher, Mitarbeiter bei der Jugendanimation Rotenburg und Student an der Hochschule für Soziale Arbeit in Luzern. «Ausserdem ist eine gute Nachwuchsarbeit zentral, wir wünschen uns möglichst viele Mitglieder. Des Weiteren wird eine öffentlich-rechtliche Struktur angestrebt. Der Jugendrat soll in der Gemeindeordnung von Rothenburg verankert werden.» Rindlisbacher unterstützt den Jugendrat, da er im Rahmen seiner Ausbildung ein Praxisprojekt umsetzen muss. «Dazu eignet sich dieses Projekt sehr gut, da die Idee von den Jugendlichen selbst kommt», so Rindlisbacher, der auch hinter den Zielen des Jugendrates steht: «Jugendliche sollen politische Prozesse der Gemeinde und der Schweiz besser kennen lernen. Die Jugendlichen sollen mit dem Jugendrat die Möglichkeit politischer und gesellschaftlicher Partizipation erhalten. Zudem erhalten sie die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen und diese dann auch selbst zu tragen.»

 

Jugendliche voller Engagement

«Es braucht Hartnäckigkeit und Ausdauer, aber vor allem die Gabe, sich auch mit kleinen Fortschritten zufriedenzugeben», sagte National- und Gemeinderätin Prisca Birrer-Heimo am vergangenen Mittwoch an der Gründungsversammlung. Mit ihren Worten versuchte sie, die anwesenden Jugendlichen auf ihre bevorstehende Tätigkeit in der Politik vorzubereiten: «Es wird nicht immer einfach werden», so Birrer-Heimo. «Aber als Mitglied des Gemeinderates bin ich gerne bereit, mit dem Jugendrat zusammenzuarbeiten.» Nicht zuletzt freue sie sich darüber, dass die Jugend von Rothenburg dazu bereit ist, die Zukunft ihrer Gemeinde aktiv mitzugestalten.
Dieser Meinung war auch Alexandra Molinaro, Co-Präsidentin des Dachverbands Schweizerischer Jugendparlamente (DSJ), und betonte, dass «es nicht nur die Initiative der Jugendlichen an sich braucht, sondern auch die Bereitschaft der Erwachsenen, auf die Jungen zuzugehen.» Doch sie zweifelt nicht daran, dass es in Rothenburg klappen wird: «Ich bin erstaunt darüber, wie viele Erwachsene heute Abend gekommen sind. Das zeigt, dass das Interesse auch ihrerseits da ist.» Ausserdem seien die Jugendlichen aus Rothenburg, welche sie bisher kennen lernen durfte, «voller Power und Engagement», was sie voll und ganz daran glauben lasse, dass der Jugendrat erfolgreich sein wird und Grosses vollbringen kann.


Andrea Zimmermann, Die Region


Der Jugendrat Rothenburg freut sich über weitere Mitglieder. Informationen unter www.jugend-rothenburg.ch/jugendrat